Der Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim wurde über Jahrzehnte hinweg durch die dort ansässige Glashütte geprägt. Das nun seit mehreren Jahren brachliegende Areal soll nun einer neuen Nutzung zugeführt werden. Die Landeshauptstadt Düsseldorf entwickelt derzeit gemeinsam mit dem Investor das neue Quartier Glasmacherviertel, welches sich zwischen den Straßen „Nach den Mauresköthen“, Heyestraße und dem Bahnhof Gerresheim erstreckt. Auf dem 30 ha großen Areal sollen ca. 1.400 Wohneinheiten, 2 Kindertagestätten sowie hochwertige Investitionsobjekte entstehen. Die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte sind abgeschlossen.
Durch die Verlängerung der Stadtbahnlinie U73 wird eine optimale Anbindung des neuen Quartiers an den Stadtteil Gerresheim und die Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln gewährleistet. Um die Leistungsfähigkeit des umliegenden Straßennetzes angesichts des zu erwartenden zusätzlichen Verkehrsaufkommens aufrechtzuerhalten, wird zudem die Ortsumgehung Gerresheim gebaut, die südlich des Plangebiets verläuft. Parallel dazu erfolgt der Ausbau bzw. die Umgestaltung der bestehenden Heyestraße, um die vorhandene Haltestelle in der Heyestraße barrierefrei gestalten zu können.
IPL CONSULT wurde durch die Landeshauptstadt Düsseldorf mit der Objekt- und Tragwerksplanung sowohl für die Ortsumgehung Gerresheim als auch für die Verlängerung der Stadtbahnlinie U73 und die Neugestaltung der Heyestraße beauftragt.
Die Ortsumgehung befindet sich überwiegend im Bereich der gegenwärtigen Brachfläche. Die neue Straße umfasst 2 Fahrbahnen und eine in Mittellage geführte Stadtbahntrasse. Beidseitig der Fahrbahnen werden Geh- und Radwege angelegt. Der südliche Radweg wird als Radschnellweg ausgebaut.
Der Alleecharakter der Straße wird durch die Herstellung eines Rasengleises weiter hervorgehoben. Neben der Endhaltestelle am Brückenbauwerk über die Düssel wird in Höhe der Torfbruchstraße eine zusätzliche Haltestelle mit Mittelbahnsteigen gebaut. Vor der Endhaltestelle ist ein doppelter Gleiswechsel vorgesehen. Vor dem Bahnhof Gerresheim wird die bestehende Haltestelle vollständig umgebaut. Aufgrund der Aufgabe der dort vorhandenen Wendeschleife ist der Bau eines neuen doppelten Gleisdreiecks mit Wendegleis erforderlich. In der sehr beengten, als Einkaufsstraße einzustufenden Heyestraße wird die Haltestelle Morper Straße ebenfalls neu geschaffen. Alle neuen Haltestellen werden selbstverständlich barrierefrei gestaltet. Hierfür war eine intensive Abstimmung mit den Behindertenverbänden notwendig.
Östlich des Bahnhofs Gerresheim wurde die Trassierung der Ortsumgehung durch die teileweise vorhandenen sowie neu geplanten großen Stützwände geprägt, die die Straße zum Brückenbauwerk über die Bahnstrecke hinaufführen. Unmittelbar neben einer Stützwand befindet sich das neue Wendegleis für außerplanmäßige Fahrten.
Im Rahmen des Neubaus von Straßen- und Stadtbahn wurde selbstverständlich auch die gesamte Straßenentwässerung neu geplant. Die Versorgungsunternehmen haben ihr Bestandsnetz neu strukturiert und das Leitungsnetz für das Neubaugebiet erweitert.
Die Verkehrsfläche der äußeren Erschließung weist insgesamt eine Größe von ca. 70.000 m² auf. Das Baurecht für die Straße wurde durch den Bebauungsplan für das neue Erschließungsgebiet geschaffen. Zudem ist die Stadtbahn als planfeststellungersetzende Maßnahme Bestandteil des Bebauungsplans. Im Bereich er Heyestraße wird für den Umbau der Straße und den Neubau der Haltestelle eine Planfeststellung durchgeführt.
Aufgrund der Größe des Projekts und der Vielzahl der Projektbeteiligten waren in der Planungsphase aufwendige Abstimmungen erforderlich. Neben den an der inneren Erschließung des Plangebiets Beteiligten und den Versorgungsunternehmen war auch eine intensive Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG notwendig, da diese zeitgleich den Ersatzneubau einer Brücke über die Düssel plante, die parallel zu der geplanten Brücke der Ortsumgehung liegt.